INSA-Sprachumfrage 2021: „Zuschauer – innen“? Nur eine Minderheit hält die Gendersprechpause für sinnvoll

Daß bei ARD und ZDF immer öfter Gendersprechpausen wie „Zuschauer – innen“ zu hören sind, hält nur eine Minderheit für sinnvoll. Das hat jetzt eine repräsentative INSA-Befragung im Auftrag der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache ergeben. Die Ergebnisse liegen der DEUTSCHEN SPRACHWELT vor. Demnach halten nur 22,2 Prozent der Befragten die Gendersprechpausen in den öffentlich-rechtlichen Sendern für einen sinnvollen Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit. 56,3 Prozent stimmen nicht zu, 16,7 Prozent sind unsicher und 4,8 Prozent machten keine Angabe. Die meisten Befürworter finden sich unter den Wählern von CDU (28 Prozent) und Grünen (31 Prozent), die meisten Gegner unter den Wählern von AfD (67 Prozent) und FDP (74 Prozent). Doch gibt es bei den Anhängern aller Parteien mehr Gegner als Befürworter. Die Zahl der Gegner der Gendersprechpausen ist unter den Männern (61 Prozent) größer als unter den Frauen (51 Prozent). Befragte mit Migrationshintergrund stärken die Zahl der Befürworter: Ein Drittel findet die Gendersprechpause sinnvoll, ein Drittel ist gegenteiliger Ansicht. Konfessionell betrachtet gibt es unter den Muslimen mit 39 Prozent den größten Anteil der Genderfreunde.

2 Kommentare

  1. Gendern führt wohl nicht zur Geschlechtergerechtigkeit. Das zeigen die Bilder von Vorstandsmitgliedern z.B. der Handelskammern, politischen Gremien, Aufsichtsräten (fast ohne ..innen) und in anderen Berichten über Zusammenkünfte „wichtiger“ Persönlichkeiten.

  2. Die Genderbefürworter gehen von falschen Annahmen aus. Sie missverstehen – bewusst oder unbewusst – das generische „Maskulinum“ als Sexus, also als biologisch-männliche Sprachmarkierung. Es ist aber eine grammatische „Geschlechtsbezeichnung“ (Genus),die nichts mit dem natürlichen Geschlecht zu tun hat. Die Behauptung, das gen. Mask. beziehe sich nur auf Männer und lasse die Frauen außen vor, ist daher falsch! Richtig verstanden und angewendet, ist es das beste sprachliche Mittel im Deutschen, um allgemeine Aussagen über Gruppen, Berufe, Menschen schlechthin zu machen, bei deren Nennung das biolog. Geschlecht keine Rolle spielt – und das ist bei den allermeisten Aussagen der Fall.
    Beispiele: „Dafür müssen wieder die Steuerzahler blechen!“ „Morgen fängt für alle Schüler in Bayern die Schule an.“ „Es kamen uns zahlreiche Wanderer entgegen.“
    Bei all diesen Beispielen spielt das biolog. Geschlecht überhaupt keine Rolle. Möchte ich dieses hervorheben, dann unterrichten in einer Schule halt 20 Lehrerinnen und 12 Lehrer. Und nur durch die weibliche Endung -innen werden die „Lehrer“ zu explizit männlichen Lehrern.
    Für eine Sexualisierung der Sprache durch ständigen Bezug auf das biolog. Geschlecht gibt es jedoch keinen vernünftigen Grund – außer ideologische Borniertheit, und das ist alles andere als Vernunft!

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*