ARD pfeift Genderfanatiker zurück

Das Erste beschimpft Zuschauer und muß anschließend um Entschuldigung bitten

Lesen Sie die unglaubliche Geschichte, wie die ARD erst einen beleidigenden Brief an einen genderkritischen Zuschauer schickt und dann um Entschuldigung bitten muß. Doch der Reihe nach: Gunther Grabowski beschäftigt sich eingehend mit dem Gender-Phänomen. Seine kritischen Überlegungen legt er in einem ausführlichen Schreiben nieder, das er auch an die ARD schickt, die sich dem Gendern verschrieben hat. Die Antwort aus der ARD-Zuschauerredaktion in München verschlägt einem die Sprache. Das Schreiben vom 14. April dieses Jahres liegt der DEUTSCHEN SPRACHWELT vor. In erschreckend arrogantem Tonfall schreibt der Zuschauerredakteur Walther W. an Grabowski (Rechtschreibung und Grammatik im Original):

„Wir haben Ihren Brief aufmerksam gelesen. Dabei ist uns aufgefallen, dass Sie zum Thema gendergerechte Sprache und Gender im Allgemeinen zwar viel zu sagen haben, sich aber offensichtlich nur sehr einseitig mit dem Thema auskennen. Wobei auskennen hier nicht zutreffend ist. Von der Thematik selbst haben Sie offensichtlich keine Ahnung. Vielmehr geht Ihre Argumentation völlig an der Sache vorbei und versucht um jeden Preis gegen genderneutrale Sprache zu argumentieren. Wir könnten uns jetzt die Mühe machen, jedes einzelne Ihrer Argumente zu widerlegen. Aber das ist nicht zielführend. Sie haben offensichtlich eine sehr feste Meinung und die werden Sie sicherlich nicht hinterfragen.“

ARD: „Sie haben keine Ahnung“

Im gleichen Stil geht die Beschimpfung an den vermeintlich begriffsstutzigen Zuschauer weiter: „Sie verstehen das ‚dritte Geschlecht‘ nicht, wie es gemeint ist. Hiermit ist kein drittes biologisches Geschlecht gemeint, sondern eine sprachliche Abbildung all derer, die sich nicht im Binarismus aus Mann und Frau angesprochen fühlen. Eine einfache Recherche hätte da Abhilfe leisten können. Sie behaupten, Sprache ändere sich ausschließlich von unten heraus. Das ist nicht richtig. Es gab immer wieder in der Geschichte große Sprachreformen. Unsere heutige Sprache ist auch das Ergebnis solcher Prozesse. Sie zählen nur ‚registrierte‘ Diverse, ignorieren aber völlig, dass es eine sehr große Anzahl sich selbst als nicht-binär identifizierender Menschen gibt, die sich aber nicht registriert haben.“

„Viel Vergnügen mit Ihrem neuen Hobby“

Der ARD-Redakteur greift den Zuschauer auch weiterhin persönlich an: „Gendergerechte Sprache ist auch vielen Männern ein Anliegen. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass es Menschen gibt, die selbst keine Sprache verwenden wollen, von der andere Menschen sich diskriminiert fühlen? Es geht nicht dabei, den generischen Maskulinum durch eine weibliche Grammatik zu ersetzen, sondern darum eine Sprache zu verwenden, die andere Menschen auch tatsächlich anspricht und nicht nur impliziert. Erst wenn Ärzte im Sprachgebrauch nicht mehr ausschließlich männlich sind, spiegelt unsere Sprache die gesellschaftliche Wirklichkeit ab. Sie waren sicherlich schon einmal bei einer Ärztin, oder?“

W. kommt zum Schluß: „Gendergerechte Sprache wird übrigens von den Landesrundfunkanstalten unterschiedlich gehandhabt. Deswegen wird in manchen unserer Sendungen gegendert und in vielen anderen auch nicht. Die Diskussion über gendergerechte Sprache ist in Deutschland noch lange nicht zu Ende und wir werden sie über viele Jahre führen. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Vergnügen mit dem Programm des Ersten und Ihrem neuen Hobby.“

„Es tut uns sehr leid“

Gunther Grabowski läßt sich durch das arrogante Schreiben nicht einschüchtern. Er hakt nach, und er bekommt schnell ein weiteres Mal Antwort – unmittelbar aus der Programmdirektion und in einem wesentlich anderen Ton. Petra Putz gibt am Freitag zunächst einen Zwischenbescheid: „Es tut uns außerordentlich leid, dass Ihr Anliegen bei uns offenbar nicht angemessen behandelt wurde.“ Der Vorgang werde nun intern aufbereitet. Bereits am Montag folgt der Entschuldigungsbrief von Frau Putz.

Es tue der ARD „sehr leid, dass Ihr Anliegen bezüglich genderneutraler Sprache in den Angeboten der ARD nicht angemessen behandelt wurde. Es steht uns nicht zu, Ihre diesbezüglichen Anliegen derartig abzuqualifizieren. Auch dafür wollen wir uns entschuldigen. Intern haben wir die Angelegenheit mit dem betreffenden Kollegen intensiv besprochen.“ Diese Sätze wecken die Hoffnung, daß in der ARD doch noch ein gewisser Respekt vor der Zuschauermehrheit herrscht, die das Gendern ablehnt. Dem Kollegen W. wird demnach ordentlich der Kopf gewaschen worden sein.

„Den Bedürfnissen aller gerecht werden“

Allerdings will die ARD weiterhin dem Gendern Raum geben: „Für Ihre Skepsis gegenüber dem Einsatz genderneutraler Formulierungen haben wir Verständnis … Im Bewusstsein, dass unsere Sprache einerseits lebendig und in stetigem Wandel begriffen und andererseits in ihrer Beständigkeit zu schützen ist, können wir Ihnen versichern, dass wir einen Weg suchen, hier den Bedürfnissen aller gerecht zu werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Respekt der journalistischen Freiheit. So entscheiden die Redaktionen, welchen Umgang mit diesem Thema sie in Ihrem jeweiligen Kontext für angebracht halten. So zahlreich wie die Redaktionen in der gesamten ARD sind, so divers sind die Meinungen zu diesem Thema. Wir werden uns weiter um eine bereichernde Diskussion zu diesem Thema bemühen und hoffen, dass uns dies gelingen wird, ohne dass sich die verschiedenen Lager gegenseitig diskreditieren.“ (dsw)

Erschienen in: Deutsche Sprachwelt 84, Sommer 2021

Am 30. Juli 2021 hat BILD unsere Geschichte aufgegriffen, am 1. August berichtete FOCUS, am 2. August MANN.TV, am 4. August Annabell Schütt unter anderem in der Frankfurter Rundschau (der Beitrag erscheint über IPPEN.MEDIA in vielen anderen Medien) und Michael Hanfeld in der F.A.Z..

Inzwischen ist bekannt geworden, daß sich die ARD von dem Mitarbeiter getrennt hat.

7 Kommentare

  1. Bitte auch das „Auch dafür wollen wir uns entschuldigen.“ beachten.

    Hier bittet man nicht um Verzeihung, sondern äußert die Absicht, sich selbst von der Schuld zu befreien.

    • Umgangssprachlich wird die Formulierung von nahezu allen Menschen als Bitte um Verzeihung genutzt und meint eigentlich „Ich bitte Sie um Entschuldigung“. Ich glaube nicht, dass es hier in der linguistisch korrekten Bedeutung gemeint war.

      • Das mag wohl sein. Aber Tatsache ist, dass Sprache Ausdruck eines Bewusstseins ist und gleichzeitig Bewusstsein Sprache prägt. Wer niemals den Satz ausspricht: „Ich habe einen Fehler (in Gedanken, Worten und Taten) begangen. Es tut mir leid und ich bitte (Dich/Sie/Euch/etc.)dafür um Verzeihung“ wird wahrscheinlich auch nie ein aufrichtiges Schuldempfinden entwickeln können. Für die meisten ist doch mittlerweile eine anstößige Angelegenheit mit einem schnoddrigen „sorry“ erledigt.

    • Sry, tut mir leid. .das wollte ich nicht. . . bitte verzeih mir. . .

      Ich bereue es und ich wünscht ich könnte es rückgängig machen.

      ————
      Jede Entschuldigung war ernst und aufrichtig.

  2. Und sie lügen doch : „So zahlreich wie die Redaktionen in der gesamten ARD sind, so divers sind die Meinungen zu diesem Thema“. Eigentümlich – ich kann mich aktuell, oder in jüngere Zeit, an KEINEN Beitrag in ARD/ ZDF erinnern, wo sich die DIVERSITÄT der Meinungen widerspiegelt und z.B. das GENERISCHE MASKULINUM verwendet wurde. Bei der selbst propagierten DIVERSITÄT der Meinungen in den Redaktionsstuben sollten diese doch auch WENIGSTENS hin und wieder hör -und sichtbar sein. NULL. Also doch Gleichschaltung und „Schere“ im Kopf, die Redaktionsleitung wird dafür schon sorgen, dass „Gendergerechtheit“ und Selbstzensur herrscht. Selbstentlarvend, besser gehts nicht !
    Wer seine, die deutsche Sprache nicht beherrscht, oder nicht „liebt“ oder mindestens als Tradition und gewachsene, bewahrenswerte Kultur versteht, der ist von Selbsthass zerfressen, hasst sein Land, und er fühlt sich den neuen Polit-Medialen-Eliten zugehörig, oder will sich ihnen andienen, um nicht „auffällig“ zu werden, oder gar als „Queerdenker“ stigmatisiert werden
    Der ÖRM hat den gesellschaftlichen Auftrag objektiv und ohne Aktivismus zu berichten WAS IST und nicht WAS SOLL- und nicht Plattform zur Verbreitung von Ideologien zu werden.

    P.S. Viel besser der Beitrag dazu auf Achgut von Friedrich Lang :
    https://www.achgut.com/artikel/sie_gendern_um_zu_herrschen

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