ZDF diffamiert Kinderlieder als rassistisch

Das ZDF sieht in den Affen „Black, Indigenous, and People of Color“.

Jö, wös öst dönn dös? Im Zuge der „Dekolonisierung der Sprache“ diffamiert das ZDF in seinem Instagram-Angebot „aroundtheword“ Kinderlieder wie „Drei Chinesen mit dem Kontrabaß“ als rassistisch. In einem Beitrag vom 14. Januar fragt der öffentlich-rechtliche Sender seine Instagram-Leser: „Sprache formt Denken – sind Euch schon mal Texte von Kinderliedern negativ aufgefallen? Haben sie Euch irritiert oder sogar verletzt?“

Das ZDF gibt gleich selbst ein paar Beispiele: Das Lied „Drei Chinesen mit dem Kontrabaß“ reproduziere „antiasiatische Ressentiments“. Die Aussage „da kam die Polizei“ beschreibe eine „anlasslose Kontrolle“ und werde als „Racial Profiling und Polizeiwillkür“ kritisiert. Auch weitere Kinderlieder sind im Visier des ZDF. „Aramsamsam“ verballhorne die arabische Sprache. Die Gebetsähnliche Verbeugung während des Liedes werte außerdem den Islam ab. Der Kanon „C-a-f-f-e-e“ enthalte beleidigende Bezeichnungen wie „Türkentrank“ und „Muselmann“.

In dem Lied „Alle Kinder lernen lesen“ hat das ZDF „die diskriminierende Fremdbezeichnung für Inuit und Native Americans“ gefunden. Der Sender meint damit die Strophe „Alle Kinder lernen lesen, Indianer und Chinesen. Selbst am Nordpol lesen alle Eskimos. Hallo Kinder, jetzt gehts los!“ Die Abwertung entstehe auch aus dem „postkolonialen Stereotyp, dass sogar diese Kinder lesen lernen würden.“

Im Lied „Wer hat die Kokosnuß geklaut“ schließlich „werden laut Kritiker*innen rassistische Stereotype gegen BIPoC reproduziert“, so der Mainzer Sender. Mit „BIPoC“ meint das ZDF nicht-weiße Menschen. Es ist die Abkürzung für die englische Sammelbezeichnung „Black, Indigenous, and People of Color“, also für Schwarze, Indigene und Farbige. Worin hier der Rassismus besteht, blieb zunächst unklar. Gebührenzahler mutmaßten, das ZDF setze diese Menschen mit Affen gleich und zeige sich damit selbst als das, was es eigentlich als zu bekämpfen vorgibt: als zutiefst rassistisch.

Daher sah sich das „ZDFkultur-Team“ im nachhinein zu einer näheren Erläuterung des Wortes „Affe“ gezwungen: „Tatsächlich hat der Begriff eine rassistische Konnotation und diente in der Kolonialgeschichte dazu, Schwarze Menschen zu animalisieren, ihnen also das Menschsein abzusprechen. Bis heute erlebt man diese Verknüpfung zum Ausdruck beispielsweise bei Sportveranstaltungen, wie Fußballspielen, bei denen vor allem Schwarze Sportler*innen immer noch mit herablassenden Affenlauten und -rufen von Zuschauertribünen konfrontiert werden. Die Nutzung des Begriffs innerhalb dieser rassistischen Tradition sehen Kritiker*innen im Kinderlied fortgesetzt: Im Text würden so Vorstellungen von Rückständigkeit, Wildheit und Unzivilisiertheit auf Schwarze Menschen projiziert. Auch der Musikstil impliziere Rassismus, indem afroamerikanischer Rockʼn Roll persifliert wird.“ (dsw)

20 Kommentare

  1. Ich habe als Grundschullehrerin jahrzehntelang mit den Kindern diese „rassistischen“ Kinderlieder gesungen. Die Kinder hatten immer einen riesigen Spaß beim Singen und das in den verschiedensten Ländern wie Ungarn, Mongolei, Äthiopien und natürlich in Deutschland. Wenn das ZDF nichts anderes zu tun hat, um auch noch bei den Kinderliedern Rassismus zu suchen, tun sie mir leid. Ich kann nur sagen: Hände weg von unseren Liedern!

  2. Ich bin mit diesen Liedern aufgewachsen und mir hat es nicht geschadet. Ich habe weiterhin die Menschen in Afrika oder in China als Menschen gesehen und nicht als Affen oder sonstige niederwertigere Lebewesen. Die Affenrufe auf den Zuschauerrängen in den Sportstatien hat eher damit zu tun dass die Menschen die diese Laute von sich geben minderbemittel sind. Und das hat wieder etwas mit Erziehung und Respekt vor allen Menschen zu tun und nucht mit dem Liedgut. Man kann ja wirklich in allem was negatives finden… Beim Fasching werden z.B. Politiker ins lächerliche gezogen aber da ist das ja erlaubt. Hat sich das ZDF in der Mainzer Narrenschah mal darum gekümmert? Aber da herrscht ja bekanntlich Meinungsfreiheit… in diesem Sinne HELAU

  3. Wer das Verhalten von Tieren mit Humanrassismus verwechselt, hat irgendetwas nicht verstanden. Das Problem beim ZDF scheint zu sein, das es eine neue Generation von Journalisten gibt, die sonderbare Vorstellungen vom funktionieren einer Gesellschaft haben. Wertet doch mal sämtliche Leserbriefe aus und schaut euch an, was die Leute wirklich denken. Ich habe jedenfalls wenig Lust, mit meinen Gebühren so einen Blödsinn zu finanzieren.

    • Hurra!!!! 1000 Mal Hurra für diese Kritik.
      So viel Blödsinn und herbeigezogenen Quatsch kann man nicht mehr ertragen. Danke für die guten Kritiken… PS. haben die Liedverschwörer unter dem Singen dieser Lieder in ihrer Kindheit gelitten?
      Oh je, offensichtlich sehr und zwar in der Gehirnentwicklung!

  4. Also ich kann mich sehr gut daran erinnern dass der Torwart Kahn auch mit Bananen geworfen wurde und für ihn auch Affen laute gemacht worden sind. Und er ist ja bei Gott kein schwarzer oder sonst wär ja damit gemeint sein könnte. Ansonsten sollte man doch eigentlich sämtliche Leute die diesen Wahn verfallen sind eine ärztliche Untersuchung Zu führen. Das gibt’s doch nicht, dass Minderheiten das gesamte Volk terrorisieren.

  5. Liebes ZDF,

    Sicher nicht repräsentativ, aber bisher sechs Leserbriefe contra und 0 pro. Gibt euch das nicht zu denken? Ich wage zu behaupten, die meisten wollen diesen Unfug nicht.
    Also bitte, tut wieder etwas Vernünftiges für unsere Gebühren, denn eure Arbeitsplätze hängen daran.

  6. Wer glaubt eigentlich ernsthaft, dass die selbst ernannten Sprachpolizisten mit diesen schwachsinnigen Diffamierungen von armen Affen, auf der Suche nach ihrer verschwundenen Nahrungsquelle, auch nur ansatzweise etwas in den Köpfen von Rassisten auslöst oder verändert???… wohin führt uns das?…. Ich werde meine lieben Meckibücher heute in einer rituellen Anwandlung verbrennen!…. Vielleicht das Dschungelbuch auch noch…..

  7. „Tatsächlich hat der Begriff eine rassistische Konnotation und diente in der Kolonialgeschichte dazu, Schwarze Menschen zu animalisieren, ihnen also das Menschsein abzusprechen.“
    Da sich das ZDF-Kultur-Team zu dieser Erklärung gezwungen sah, also offenbar niemand sonst diese Sicht teile, ist es die einzige Gruppe, die hier Affen mit Menschen gleichsetzte – und also rassistisch dachte. Zeit, diese Leute abzumahnen.

    Ich bin gespannt,denke ich an andere kulturelle Hinterlassenschaften, wann diese solchen Leuten zum Opfer fallen sollen. Schön werden Straßen umbenannt und Denkmäler abgebaut, warum also nicht – denkt man an „Karl den Großen“ a) seine Bezeichnung ändern in „Karl der Sachsenschlächter“ und sein Erinnerungsmal – den Aachener Dom schleifen? Wie wäre es, Ihr Damen und Herren und Diversen in der ZDF-Kulturredaktion: Da ließen sich doch wunderbar Sendeminuten mit füllen?

  8. GEZ auf 10% runterkürzen. Wir brauchen weder 6 Krimis pro Tag, noch Gesinnungsjournalisten mit erzieherischen Sendungsbewusstsein. Eine ausgewogene und deskriptive Berichterstattung, die auch für Fremdsprachler und Nichtakademiker verständlich ist, genügt völlig und spart sehr viel Geld.

  9. Wer ist jetzt der Rassist. Der so ein Lied singt/singen lässt/kennt?
    Oder der, der – um überhaupt einen Rassismus zu begründen – davon ausgeht, dass die Affen in diesem Lied für andersfarbige Menschen stehen.

    Ich habe noch nie einen Schwarzen als Affen bezeichnet, insofern auch nie Rassismus in dem Lied geahnt.
    Beim ZDF sitzen aber scheints Leute, die bei Affen sofort an Schwarze denken.

    Wer ist nun der Rassist?

  10. Den Verantwortlichen bei den GEZ-Umerziehungs-Sendern haben’s doch wirklich ins Hirn reingeschissen mit Ihrer GENDER-SPEAK! Diese schwachsinnigen Entscheidungsträger müssen sich wohl eine rüde Kritik Ihrer verlorenen Schafe gefallen lassen!

  11. Muselmann ist keine Beleidung.

    Das weiß sogar die dauerüberkorrekte Wikipedia:
    „Der Begriff Muselman, früher auch „Muselmann“ (vgl. auch persisch مسلمان, DMG mosalmān; vgl. aber auch das Homonym Muselmann (KZ)), gilt im Deutschen als historisch-literarisch bis veraltet,[9] gehört aber in Formen, die an diesen Begriff anklingen, in mehreren anderen Sprachen, darunter auch solchen islamisch geprägter Länder, zum aktuellen Sprachgebrauch (z. B. französisch Musulman, türkisch Müslüman, persisch Mosalman).“

  12. Aufschlussreich, dass so gut wie keiner der hier veröffentlichten Kommentare in Bezug auf Rechtschreibung korrekt ist. Von der anvisierten Klientel hatte ich mehr Wissen und Können erwartet. Also doch alles doch nur rechte heiße Luft?

    • Die Übereinstimmung der Kommentare liegt wahrscheinlich daran, dass die Leserschaft dieser Seite homogen ist und der Artikel tendenziös. So was endet dann in langweiliger Diskursvermeidung und Wiederholung von schlichten Argumenten. Das Schlichteste m.E.: “Hat uns auch nicht geschadet”. Es fällt in den Bereich: “Das machen wir immer so” und deutet an, dass Zählen mit 10 Fingern auch weiterhin reichen könnte…

  13. Die künftigen Generationen glauben den Unsinn, der da kostenintensiv verzapft wird, und auf diese Art und Weise wird die Wahrnehmung der Vergangenheit nicht ansatzweise korrekt sein. Menschen, die nur gelernt haben, wie „rassistisch“ angeblich Kinderlieder wären, gehen davon aus, daß eben hier vor wenigen Jahrzehnten reinrassiger Rassismus geherrscht hätte, um ein Wortspiel zu verwenden. Man muß solchem Quatsch ganz einfach den Geldhahn zudrehen, da ist der Schlüssel.

  14. Ich bin ehrlich entsetzt, dass über so etwas überhaupt debattiert wird und kann mich den Vor-Kommentaren nur anschließen. Ich bin Erzieherin und lerne mit den Vorschülern traditionell dieses Lied. Nun wurde ich von einer Kollegin aufmerksam gemacht, dass dieses Lied nicht mehr „zeitgemäß“ sei …!?! Ehrlich – weder ich noch eines der vielen Kinder hat je den Bezug von Indianern zu unterbemittelten Menschen hergestellt. Es war eher die geographische Weite, die aufzeigen soll, wie wichtig und weltumspannend das Lesenlernen ist! Außerdem verkleiden sich jedes Jahr viele Kinder als Indianer ohne herabwürdigend über indigenen Völker zu denken! Wer unterstellt, dass Rassismus mit dem Lied transportiert wird, geht wohl „zu 99 Prozent von sich selbst aus“! Und das „Eskimo“ ein veralteter Begriff ist, weiß heutzutage jedes vierjährige Kind, denn jeder vernünftige Vater, Mutter oder Erzieher macht dem Nachwuchs das verständlich.
    Es ist nicht die Sprache, die diskriminiert oder ausgrenzt, sondern das Denken dahinter!

  15. Danke ZDF. Wir haben das Einschullied alle lernen lesen schon immer umgedichtet und die Kinder haben sehr viel Spaß beim singen. Nur weil Jahrelang etwas gemacht wurde ist es nicht unbedingt gut.

    Wenn ich all eure Kommentare lese macht mich das sehr traurig. Es ist der so nen ich es „der unbewusste Rassismus“. Wir sind damit aufgewachsen und es ist euch nicht bewusst. Aber bitte reflektiert und denkt drüber nach.

    Worte sind wichtig und prägen uns gerade als Kind, was für Werte wollen wir mit geben. Bitte immer in die Schuhe des anderen reinschlüpfen.

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