Peter Hahne zur Genderei: „Wir werden verarscht!“

„Sieg der Sterne – ist unsere Sprache noch zu retten?“ lautete der Titel der Rede zur deutschen Sprache, die Peter Hahne am 18. September in der Kirche St. Jakob in Köthen (Anhalt) gehalten hat. Der Erfolgsbuchautor und frühere ZDF-Moderator macht gleich zu Anfang klar, worum es ihm geht: den Sieg der (Gender-)Sterne zu verhindern und „das wertvolle Kulturgut der deutschen Sprache zu retten“. Anlaß der Festrede war der Tag der deutschen Sprache. Hahne war der Einladung der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft (NFG) gefolgt.

„Pure Menschenverachtung“

Hahne rückt zunächst den Befund in den Mittelpunkt, daß die Gendersprache eine Zumutung für alle sei, denen das Lesen nicht leichtfalle. Ein Blinder werde „verrückt“, weil ihm von den Programmen alle Sonderzeichen mit vorgelesen werden. „Drei Millionen Menschen sind Opfer dieses Unsinns. An die denkt keiner!“ Einem Ausländer, der Deutsch lernt, würden unnötige Schwierigkeiten aufgebürdet: „Fremdenfeindlicher geht es nicht!“ In Wahrheit sei daher die Gendersprache „pure Menschenverachtung“. Sie führe nicht zusammen, sondern spalte und grenze aus.

Von „toten Radfahrenden“

Auch mit den um sich greifenden Gender-Partizipien geht Hahne hart ins Gericht. „Jeder Studierende ist ein Student, aber nicht jeder Student ist ein Studierender.“ Diese Form der Gendersprache bringt zahlreiche Stilblüten hervor, wie zum Beispiel diesen Ausspruch eines Berliner ADFC-Vorstandsmitglieds: „Hunderte schwerverletzte und mehrere tote Radfahrende in nur einem Jahr sprechen eine traurige Sprache.“ Peter Hahne, der auch als Evangelist unterwegs ist, spottet, „getötete Radfahrende“ seien wohl ein „Beweis für die Auferstehung“.

Doppelmoral „öffentlich-rechtlicher Volkserzieher“

Dabei lehnten bis zu 90 Prozent der Bürger diese Kunstsprache ab: „Wir werden von einer Mini-Mini-Minderheit terrorisiert“, klagt Hahne. Doch Verantwortliche wie die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl scherten sich nicht darum. Er zitiert die Tochter des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble und Frau des baden-württembergischen Innenministers: „Wir haben Teile der Bevölkerung verloren.“ – „Wahrscheinlich guckt sie ihr eigenes Programm nicht“, mutmaßt Hahne, der selbst lange für das ZDF gearbeitet hat. Er ruft seinen Zuhörern zu: „Sie glauben doch nicht im Ernst, daß diese öffentlich-rechtlichen Volkserzieher in ihrem Privatleben so reden; noch nicht einmal in der Redaktion!“

„Volksverdummung durch eine Mini-Elite“

Hahne wird deutlich: „Wir werden verarscht!“ Das alles habe nichts mehr mit Diversität zu tun. „Das ist Volksverdummung durch eine Mini-Elite, die meist staatlich alimentiert ist.“ Studenten würden zum Gendern gezwungen, da andernfalls schlechte Noten drohen. Klassiker würden umgeschrieben. George Orwells Roman „1984“ sei „schon längst von der Realität überholt.“ Doch nicht die Genderideologen seien das Schlimmste, die täten ihm eher leid, sondern Tausende von Mitläufern: Politiker in den Rathäusern, Professoren in den Hochschulen, „die diesen Irrsinn einfach so widerstandslos hinnehmen.“

Jeder kann etwas tun

Daher zeigt sich Hahne dankbar, daß die Neue Fruchtbringende Gesellschaft, der Verein Deutsche Sprache und die DEUTSCHE SPRACHWELT dieser schweigenden Mehrheit eine Stimme geben. Hahne weist auf den Aufruf „gegen den Genderunfug“ hin, den Zehntausende unterschrieben haben. Wer gegen die Genderei auftritt, werde „von den Aposteln der politischen Korrektheit“ als ewiggestrig verleumdet. Doch davon solle man sich nicht beirren lassen. An die Zuhörer gewendet, gesteht Hahne: „Mein Ziel war, Sie aufzuregen: Jeder kann intervenieren, andere motivieren und andere mobilisieren, sich gegen das Diktat der Gendersprache zu wehren. Lassen Sie sich das einfach nicht bieten. So schwach sind wir gar nicht!“

Ein ausführlicherer Bericht über die Rede Peter Hahnes erscheint in der nächsten Druckausgabe der DEUTSCHEN SPRACHWELT.

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